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Abstract
Hintergrund und Ziele:
Diese Studie zielte darauf ab, die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Zonisamid (ZNS) bei erwachsenen Patienten mit arzneimittelresistenter Epilepsie und Intelligenzminderung (IM) in unserem Epilepsiezentrum zu untersuchen.
Methoden:
In einer monozentrischen, offenen Beobachtungsstudie auf Basis standardisierter Anfallsprotokolle untersuchten wir retrospektiv 87 Patienten (39 weiblich, Durchschnittsalter 40,6 ± 13,6 Jahre, Spanne 18–75 Jahre) mit IM und pharmakoresistenter Epilepsie. Die Auswertung einschließlich Berechnung der Retentionsrate erfolgte für die Intervalle 3–6, 9–12 und 21–24 Monate nach Beginn der ZNS-Therapie. Die Clinical Global Impressions Scale-Improvement (CGI-I) wurde verwendet, um qualitative Veränderungen der Anfallsschwere und des klinischen Status zu erkennen. Wir untersuchten Veränderungen des Körpergewichts und den Einfluss des Patientenalters auch unter Berücksichtigung von Assoziationen mit anderen Patientenmerkmalen.
Ergebnisse und Beobachtungen:
Die Retentionsrate nach 24 Monaten betrug 60%. 28% brachen die ZNS-Therapie aufgrund zunehmender Anfallshäufigkeit, fehlender Wirksamkeit oder unerwünschter Ereignisse (UE) ab. Sedierung (38%), Sprachstörungen (19%), herausforderndes Verhalten (10%), leichter Hautausschlag (10%) und Schwindel (10%) waren die häufigsten UE. Die Responderrate betrug 40%, acht Patienten (9 %) wurden anfallsfrei. Wir konnten eine Dosisabhängigkeit der CGI-I nachweisen. Hinsichtlich der Veränderungen des Körpergewichts beobachteten wir keinen Unterschied zwischen Patienten, die die ZNS-Therapie fortsetzten oder abbrachen, und Respondern oder Non-Respondern. Allerdings identifizierten wir ein höheres Lebensalter als einen signifikanten Risikofaktor für die Gewichtsabnahme.
Praktische Schlussfolgerungen und Diskussion:
Zonisamid kann eine sichere und effiziente Therapieoption für Patienten mit IM und pharmakoresistenter Epilepsie darstellen. Das Körpergewicht sollte jedoch sorgfältig überwacht werden, insbesondere bei älteren Patienten (Eck et al. 2021).





