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Abstract
Hintergrund und Ziele
Der Querschnittsbereich Palliativmedizin wurde zwischen 2009 und 2013 als neue Pflichtveranstaltung in die medizinischen Curricula aufgenommen. Das in Erlangen eingeführte Seminar war durch dozentenzentrierte Seminare geprägt. Ziel dieser Arbeit ist eine Weiterentwicklung des eher traditionell konzipierten Seminars (Kohorte 1) zu einem durch fallbasierte Lehreinheiten geprägten Q13 Blockunterrichtes (Kohorte 2), sowie die Evaluation dieser Entwicklung durch studentische Befragungen, um eine gute Vorbereitung auf den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Patienten und deren Angehörigen im späteren Klinikalltag zu ermöglichen.
Methoden
In den Blockseminaren der Palliativmedizin wurden sowohl klassische Dozenten-zentrierte Seminare als auch fallbasierte Lehrformate angeboten. Diese Formate wurden mit einer Teilnehmerzahl von 398 Studierenden (Kohorte 1, n=181; Kohorte 2, n=217) wie folgt verglichen: Die Studierenden bewerteten mithilfe von Evaluationsbögen die einzelnen Blockseminare. Zudem wurden die Herausforderungen der Palliativmedizin im Vergleich zu anderen konservativen Disziplinen und schwierige Aspekte der Palliativmedizin identifiziert. Die Studierenden gaben jeweils vor und nach dem Seminar an, wie gut sie sich auf den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Patienten vorbereitet fühlen und wie relevant sie das Seminar für ihre ärztliche Ausbildung erachten. Es wurden, je nach Fragestellung, drei-, fünf- und elfstufige unipolare Ordinalskalen verwendet. Die Angaben aus den fünf- und elfstufigen Ordinalskalen wurden mithilfe unabhängiger t-Tests untersucht und die des vorangehenden Wintersemesters mit denen des Sommersemesters mithilfe abhängiger t-Tests verglichen. Die dreistufigen Ordinalskalen wurden mittels Vorzeichentest und Mann-Whitney-Test verglichen.
Ergebnisse und Beobachtungen
Im Wintersemester wurde durch die Befragung der Teilnehmenden der Wunsch nach mehr fall- und praxisorientierter Lehre ermittelt. Durch Einführung fallbasierter Seminare konnten im Sommersemester Verbesserungen in den Bewertungen der einzelnen Seminare erzielt werden. Nach Ermessen der Teilnehmenden des Sommersemesters gewann zudem das gesamte Blockseminar Palliativmedizin an Relevanz für die ärztliche Ausbildung und die Studierenden fühlten sich besser auf die Begleitung schwerstkranker und sterbender Patienten vorbereitet. Als schwierige Aspekte der Palliativmedizin wurden sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester die Komplexität, die emotionale Belastung im Umgang mit Palliativpatienten und die Kommunikation mit Patienten identifiziert.





