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Abstract
Hintergrund und Ziele
Die optoakustische Bildgebung beschreibt die Methodik mittels Laser-gestützter Gewebeanregung Bildinformationen aus resultierenden Schall- bzw. Druckwellen zu erzeugen. Die Kombination aus „Licht und Schall“ ermöglicht eine vergleichsweise hohe Tiefeneindringung bei gleichzeitig hochauflösender und spezifischer Darstellung von Gewebestandteilen. Optoakustik kann nicht als einheitliches Verfahren verstanden werden, sondern ermöglicht Bildgebung über ein sehr breites Einsatzgebiet. Derzeit fehlen für diese Methode häufig noch dezidierte klinisch relevante Fragestellung als auch standardisierte Untersuchungsbedingungen. Ziel dieser Arbeit war zu zeigen, in welchen Einsatzgebieten, vom Tiermodell bis zum Menschen, sich diese neuartigen Bildgebungsinformation nutzen lassen und wie dies mit Veränderungen in den Zielgeweben als auch klinischen Merkmalen korreliert.
Methoden
Für die Versuche in Tiermodellen als auch die klinischen Studien im Rahmen dieser Arbeit wurde auf mehrere verschiedene optoakustische Technologien zurückgegriffen. Es erfolgte eine hochauflösende Darstellung von Gefäßen in einem Tiermodell für die chronische Nierenerkrankung. Hierfür wurde die Raster-scanning Optoaocustic Mesoscopy (RSOM) verwendet, um über die Detektion von Hämoglobin das Gefäßnetzwerk in den explanierten Mäusenieren sichtbar zu machen. Die Ergebnisse der Bildgebung wurden hierfür mit dem vorliegenden Genotyp und der Histologie bzw. Immunhistochemie verglichen.
Im nächsten Schritt erfolgte eine Studie an gesunden Probanden, um die Fehlanfälligkeit von Optoakustischer Bildgebung im klinischen Szenario genauer zu untersuchen. Unter der Nutzung eines tomographischen Verfahrens, der Multispektrale Optoakustische Tomographie (MSOT) wurden n=10 gesunde Probanden im Alter von 25.7+/-4.4 Jahren prospektiv untersucht und damit n=1920 Datensätze geniert. Die Fehlanfälligkeit und Messungenauigkeit wurden mittels semi-automatischer Analyse der Daten genauer bestimmt. Die erzielten Ergebnisse waren Grundlage um mittels optoakustischen Signalen die Krankheitslast bei einer seltenen kindlichen Muskelerkrankung darzustellen. Hierfür wurden n=10 Patienten mit einer spinalen Muskelatrophie (SMA) (Alter: 8.7+/-4.3) und n=10 gesunde Kontrollen (9.0+/-3.7) prospektiv untersucht.
Ergebnisse und Beobachtungen
Mittels RSOM-basierter Detektion gelang die Darstellung von Gefäßnetzwerk in den explanierten Mausnieren. Bei männlichen Tieren mit einer chronischen Nierenerkrankung waren die Nieren im Vergleich nicht betroffenen Mäusen kleiner und wiesen eine geringere absolute Vaskularisierung auf. Bei weiblichen Mäusen fanden sich keine Unterschiede. Die Ergebnisse deuten auf eine größere Nierenmasse bei männlichen Mäusen mit konsekutiv höherer absoluter Gefäßfläche hin. Immunhistochemischen Färbungen für Endomucin (Kappilaren) und SM-Actin (Arteriolen) bestätigten eine deutlich verminderte Gefäßdichte im genetisch veränderten Tier.
In der klinischen Anwendung bestätigte sich an gesunden Probanden durch die Ermittlung von 13 Einzelwellenlängen (single wavelength, SWL) zwischen 660-1210nm und 5 berechneten MSOT Parametern (deoxygeniertes/oxygeniertes/totales Hämoglobin, Kollagen und Lipid) eine exzellente Intrarater-Reproduzierbarkeit (Intraclass Correlation Coefficient, ICC, SWL: 0.82–0.92; MSOT-parameter: 0.72−0.92) und Interrater-Reproduzierbarkeit (SWL: 0.79−0.87; MSOT-parameter: 0.78−0.86) mit Ausnahme des Parameters Lipid (0.56). Zusätzlich konnte die Stabilität des Verfahrens auch über einen Zeitraum von 14 Tagen bestätigt werden.
Das MSOT Verfahren zeigte an Patienten mit SMA, dass insbesondere Veränderungen im 800nm Signal, dem isosbestischen Punkt für Hemoglobin, detektiert und klinisch genutzt werden konnten. Diese Signale entsprachen am ehesten der Strukltur einer degenertierten Muskelstruktur im Sinn einer „mottenfraas“-artigen Degeneration. Die quantitativen Signalinternsitäten korrelierten dabei mit standardisierten klinischen Testverfahren und dem klinischen Grad der Krankheitsausprägung.





