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Abstract
Progersteron-5β-Reduktasen/Iridoidsynthasen (PRISE) sind hochgradig Substrat-promiske, pflanzliche Enzyme der SDR-Superfamilie. Sie setzen eine Vielzahl von α,β-ungesättigten Ketonen um. PRISE sind in die Biosynthese von 5β-Cardenoliden und Iridoiden involviert, kommen aber auch in Pflanzen ohne diese Metabolite des spezialisierten Stoffwechsels vor.
Über die grundlegend physiologische Funktion von PRISE konnten bisher nur gemutmaßt werden. Ihre Aufklärung ist der zentrale Gegenstand dieser Arbeit. Hierzu wurde mit transgenen A. thaliana-Pflanzen gearbeitet und ein Protokoll für die Erzeugung stabil-transgener D. lanata-Sprosse entwickelt. Die Entwicklung eines Transformationsprotokolls für Plantago-Arten schlug fehl, aber glücklicherweise zeigten P. lanceolata und P. media, von Natur aus, große Unterschiede in der Expression von PRISE1.
Es wurde erwartet, dass PRISE in der Entgiftung von kleinen, elektrophilen Substanzen (RES) beteiligt sind. Methylvinylketon (MVK) ist ein natürlich vorkommendes RES und Produkt der Oxidation von Isopren und der Peroxidation von Trienfettsäuren, dass sich in Pflanzen in Situationen von abiotischem Stress anreichert. Wir konnten zeigen, dass Pflanzen mit reduzierter PRISE-Aktivität veränderte H2O2-Gehalte und veränderte Expressions-Intensitäten von Redox-assoziierten Genen (z.B. Glutathionreduktasen) aufweisen. Dies deutet auf veränderte Redox-Stati hin, welche auf eine erhöhte Inanspruchnahme des Glutathion-vermittelten Weges der RES-Entgiftung zurückzuführen sind. Konsequenter Weise zeigen Pflanzen mit reduzierter PRISE-Expression auch eine veränderte Reaktion der Genexpression auf exogene MVK-Behandlung. Dies bestätigte die Theorie, dass PRISE an der Entgiftung von RES partizipieren.
D. lanata-Sprosse zeigen außerdem signifikant niedrigere 5β-Cardenolid-Gehalte, welche auf fehlende Progersteron-5β-Reduktase-Aktivität und den veränderten Redox-Status zurückzuführen ist.
Alles in allem lassen unsere Daten vermuten, dass PRISE der unterschiedlichen phylogenetischen Cluster, auch in einem Organismus, unterschiedliche Funktionen übernehmen. So scheint DlP5βR1 direkt an der 5β-Cardenolid-Biosynthese beteiligt zu sein, wohingegen DlP5βR2 den Redox-Status stabilisiert. In A. thalianalassen sich Effekte, welche durch einen Knock-Out von AtStR1 ausgelöst wurden, durch eine Komplementierung mit AtStR2 nicht aufheben.





