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Abstract
Mit dem Inkrafttreten der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtline im Juli 2008 und der darin zum Thema Schadstoffe enthaltenden Forderung des Deskriptors 8, dass sich aus den Konzentrationen an Schadstoffen keine Verschmutzungswirkung ergeben darf, wird sowohl eine umfassende Bestandsaufnahme der in der Meeresumwelt vorzufindenden Schadstoffe als auch eine fundierte Bewertung von deren Wirkung auf Meeresorganismen notwendig.
Das Hauptanliegen dieser Arbeit war es, für die Meeresumwelt relevante organische Schadstoffe zu ermitteln, welche noch nicht im Rahmen eines regelmäßigen Monitoring-Programms überwacht werden. Die Detektion toxisch wirkender Substanzen erfolgte hierbei effektorientiert, mittels einer Kombination aus Hochleistungsdünnschichtchromatographie (HPTLC)-Probenauftrennung und anschließender A. fischeri-Detektion. Die HPTLC-Methode wurde hierfür bezüglich Probenaufgabe und -entwicklung optimiert. Die als toxisch detektierten Substanzen wurden anschlie ßend im Rahmen eines Non-Target Screenings mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)-Massenspektrometrie (MS) Analytik analysiert, um diese nach Möglichkeit zu identifizieren. Die identifizierten Schadstoffe sollten daraufhin eine erste Toxizitätsbewertung, basierend auf zu ermittelnden Dosis-Wirkungs-Beziehungen, durchlaufen, wofür ebenfalls die Kombination aus HPTLC und A. fischeri-Detektion eingesetzt werden sollte.
Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Versuche haben gezeigt, dass, trotz der sehr guten Reproduzierbarkeit des Testsystems, ein Effektorientiertes Schadstoffscreening mittels der Kombination aus HPTLC und A. fischeri-Detektion für komplexe Umweltproben nur bedingt geeignet ist und das Testsystem besser für ein Monitoring in Form von Probenvergleichen über einen bestimmten Zeitraum hinweg eingesetzt werden sollte. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass ein chemisch-analytisches Non-Target Screening zur Identifizierung von Schadstoffen mittels der Kombination HPTLC-HPLC-MS/MS effizienter gegenüber einem reinen HPLC-MS/MS Non-Target Screening ist, da Matrixeffekte reduziert und weiterhin zusätzliche Stoffinformationen erhalten werden. Entsprechend kann eine effektivere Eingrenzung an Substanzen erfolgen, welche für weiterführende Identifizierungsversuche herangezogen werden sollen. Hierdurch konnten neun für die aquatische Umwelt relevante organische Schadstoffe identifiziert werden. In diesem Zusammenhang wurden erstmalig das Insektizid Fipronil und zwei seiner Transformationsprodukte in Elbe- und Nordseewasser sowie in aus der Elbe entnommenen Aalen nachgewiesen und quantitativ erfasst. Bezüglich der Bewertung von Schadstoffen mit Hilfe des Testsystems wird dessen Potential in der Bestimmung relativer Toxizitäten gesehen.
Unter der Voraussetzung zukünftiger Optimierungsarbeiten, stellt das hier verwendete Testsysytem eine sinnvolle Ergänzung zum allgemeinen Schadstoffmonitoring dar, um Schadstoffe in der Umwelt zu erfassen und einer ersten Bewertung zu unterziehen.





