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Abstract
Die sprachliche Gestaltung von sozialen Milieus, in der Arbeit konkret ‘Lebenswelten’ genannt, wurde in der Literaturwissenschaft noch nicht hinreichend untersucht. Diese Arbeit präsentiert einen Vergleich der Besonderheiten von sprachlich–kommunikativen Mittel der in den Dramen Heimarbeit und Mensch Meier dargestellten unterschiedlichen sozialen Lebenswelten von Franz Xaver Kroetz. Der Dramatiker gilt als typischer Vertreter des sozialen Realismus in Deutschand. Seine Stücke sind im Wesentlichen realistische Darstellungen von familiären Lebenssituationen im ländlichen oder proletarischen Alltag. Heimarbeit handelt von der Wiederherstellung der familiären Ordnung, die durch das Problem, der illegitimen Schwangerschaft der Frau und der Ermordung des Kindes von Seiten des Ehemannes bedroht war. In der Arbeit wird gezeigt, wie die Herstellung der ehelichen Gemeinschaft sich in den Sprechweisen der Eheleute widerspiegelt. In “Mensch Meier” geht es um die Problematik des sozialen Aufstiegs in einer Familie. Ihr Lebensalltag ist gekennzeichnet durch die Angst um den Arbeitsplatz des Ehemannes und der Loslösung der Ehefrau und des Sohnes aus dem häuslichen Umfeld. Die Arbeit zeigt wie gelungene Schritte im beruflichen Alltag sich in Ӓnderungen des sprachlichen Verhaltens niederschlagen. Die Erfassung der sozialen Typik dieser Ausdrucksmittel erfolgt durch den Einbezug soziologischer, literaturwissenschaftlicher und soziolinguistischer Forschungen. In diesem Zusammenhang besteht die Arbeit aus einem theoretischen Teil, der die Gestaltung und Erfassung sozialer Differenzen in Gesellschaften theoretisch zu ihrem Gegenstand macht und einem analytischen Teil, in dem mikroanalytisch der kommunikative Umgang der Figuren in unterschiedlichen Kontexten analysiert und die sozialen Orientierungen und Interaktionsregeln, denen die Figuren während der Kommunikation folgen, rekonstruiert wird. Von Bedeutung sind dabei der Umgang mit Problemen und die Werte, Normen und soziale Regeln, die bei der Lösung des Problems von den Figuren ausgedrückt werden. Ein weiterer Aspekt ist die Beziehung zwischen den Geschlechtern, die Emotionen und die moralische sowie soziale Bewertungen der Geschlechter untereinander.





